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12 von 8 Menschen haben Probleme mit Mathe

In der Grundschule lernt man die Zahlen, dann das kleine Einmaleins, dann das große Einmaleins, dann fängt man an mit großen Zahlen zu rechnen und bis zum Abi rechnet man in Mathe gar nicht mehr mit Zahlen sondern nur noch mit Buchstaben, irgendwelchen Variablen und Konstanten oder anderen Zeichen, die anscheinend in die Mathematik gehören.

Damit ich nach einem Jahr Schulpause wieder- ich würde ja sagen in die Welt der Zahlen eintauchen kann, da aber kaum mehr mit Zahlen gearbeitet wird- die Welt der Variablen und Buchstaben, die Zahlen sein sollen, überblicken kann habe ich an dem Vorkurs für Mathematik an der Hochschule teilgenommen. Für mich auf jeden Fall eine sinnvolle Investition! Den Kurs, der 160€  gekostet hat (der Betrag wird meistens von den Ausbildungsunternehmen übernommen), kann ich nur empfehlen. Nach den Ferien weiß man ja schon die meisten Formeln nicht mehr auswendig, aber nach ein und einhalb Jahren Schulpause fällt man schnell auf das Level eines Schulanfängers zurück und braucht ersteinmal ein wenig Zeit um sich wieder rein zu denken. Außerdem habe ich den Kurs als Chance gesehen, baldige Mitstudenten kennenzulernen.

Als ich meinem Papa erzählt habe, dass ich zu diesem Vorbereitungskurs gehen werde und dass ich eventuell meine Mitstreiter kennen lernen werde, meinte er, dass das eher unwahrscheinlich sei, da so viele neu anfangen und der Vorbereitungskurs bunt gemischt mit allen Studiengängen ist. Ich bat ihn, mir nicht die Vorfreude zu nehmen, dass ich die Woche meine Mitstudenten von International Business kennen lernen könnte. Er erwiderte daraufhin nur, na gut, vielleicht lernst du ja jemanden kennen, aber das sind dann eh nur die Loser (nicht jeder versteht schwarzen Humor, deshalb der kleine Hinweis: es war nur ein Witz!).

In der Woche haben wir jeden Tag von 9 bis 15 Uhr zugehört, abgeschrieben, geübt, halb geweint, uns über Erfolge gefreut und gemerkt wie viel nachzuholen ist. Also gleich als Tipp: bleibt in der Schule dran! Man denkt, man braucht den ganzen Schei* nicht mehr so schnell, aber ich wollte z.B. Französisch schon nach der 8. Klasse abwählen, habe es weiter gemacht, sogar als Leistungskurs, hatte es bis zum Abitur und jetzt bin ich sogar dabei zu überlegen, es im Studium weiter zu machen. In der 6. Klasse habe ich meinem Französischlehrer nie geglaubt, als er uns erzählte, er hätte früher in der Schule in Französisch eine 3-4 gehabt, aber langsam verstehe ich es. Man weiß nie wohin es einen treibt, aber manchmal überhäufen sich Ereignisse so, dass man es nicht unter Kontrolle hat und plötzlich hat man Französisch Leistungskurs. Also passt auf, ihr mögt vielleicht Mathe jetzt nicht, aber eines Tages werdet ihr vielleicht die sein, die mit Hilfe einer neuen Formel die Welt verändern. Auch wenn ich bezweifle, dass ich einmal in ferner Zukunft In Frankreich leben und als Übersetzerin arbeiten werde. Aber man weiß nie.

Also zurück zu Mathe: der Kurs ist jedem zu empfehlen, der nicht schon alle binomischen Formeln auswendig und rückwärts aufsagen kann, die Eulerische Zahl und Pi bis auf die letzte Kommastelle kennt (das Pi irgendwann endet weiß ich, aber es kann sein, dass die Eulerische Zahl unendlich ist- ich war zwar im Mathekurs, aber alles kann man nicht wissen) und wenn man das x herausfinden kann, auch wenn nicht eine einzige Zahl in der Gleichung vorhanden ist. In der Woche hat man also nicht nur die Chance seine mathematischen Kenntnisse zu vertiefen und zu festigen, sodass man perfekt für das Studium vorbereitet ist, sondern hat auch die Chance Mitstudenten kennen zu lernen. Und ja, ich habe beide Chancen genutzt und erfolgreich abgeschlossen

Und als kleine Ermutigung: eine Freundin, die schon studiert, hat mir versichert, dass Mathe kein Hexenwerk sein wird und dass alles machbar ist! Auch ich, als kein Mathegenie oder Zahlenliebhaberin, bin mir sicher, dass ich es meistern werde und mit viel Fleiß sogar gute Noten schreiben kann und vielleicht, wer weiß, wird Mathe ja sogar mein Lieblingsfach.

Categories: Theoriephase

Leonie

3 replies

  1. Sehr geehrte Frau Leonie,
    mir ist Ihre Erkenntnis eine völlig neue, dass Pi „irgendwann endet“. Mein ganzes Leben lang beschäftige ich mich schon mit dieser Frage und habe die letzte Stelle noch immer nicht gefunden.
    Vielleicht könnten Sie mir einen Kontakt zu diesem hervorragenden Mathematikkursdozenten geben, damit ich meine Forschungen in diesem Bereich vorantreiben kann.
    Mathematische Grüße
    L. Euler

    1. Sehr geehrter Herr Euler,

      ich schätze Ihre Arbeit sehr und bewundere Sie, dass Sie so lange an diesem mathematischen Phänomen arbeite(te)n. Es ehrt mich, dass so bedeutende Personen, wie Sie, meine Beiträge lesen, allerdings müssen Sie da etwas falsch verstanden haben bzw. ich habe mich wohl nicht richtig ausgedrückt. Wie ich in meinem Beitrag geschrieben habe ist Mathe nicht meine größte Stärke und ich wollte mit meiner Aussage nur zeigen, dass es für „Nicht- Mathematiker“ alles oft nicht so klar ist. Danke auf jeden Fall, dass Sie mir jetzt klar gemacht haben, dass Pi nicht endet!
      Ich werde das ab sofort berücksichtigen.

      Vielen Dank für Ihr Kommentar.
      Beste Grüße
      Leonie

      PS: Da kann der 1 in Mathe ja Nichts mehr im Wege stehen 🙂

    2. Hi Leonie,

      I can just say „Wow“ to your blog.

      „Also passt auf, ihr mögt vielleicht Mathe jetzt nicht, aber eines Tages werdet ihr vielleicht die sein, die mit Hilfe einer neuen Formel die Welt verändern“
      It really touched my heart.
      Thank you for sharing your experience with us.

      Best regards,
      Santosh

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