Menu Home

Was soll ich dazu sagen..

Jedes Jahr während des dreijährigen Studiums steht eine Projektarbeit an. Das machen am Ende zwei Projektarbeiten und eine Bachelorarbeit. 20 ECTS Punkte ist so eine Arbeit wert. Sie rechtfertigen die 30 ECTS Punkte, die wir am Ende vom Studium mehr als „normale“ Studiengänge haben ( anstatt 180 -> 210). Sie sollen beweisen, dass wir durch die Praxiserfahrungen, nicht nur fundierte theoretische Kenntnisse vorweisen können, sondern auch von berufsorientiertem Wissen profilieren. Wie man vorherigen Beiträgen entnehmen kann, bin ich kein großer Fan dieser PA’s. Ich kann meinen kreativen Märchenstil nicht umsetzen, muss meine Themen eingrenzen und bin nicht frei von Form- und Formulierungsvorschriften. Aber da muss jeder von uns durch.

Zurzeit warte ich auf mein Ergebnis von der 2. PA. Die Noten müssten von den Dozenten schon an das Sekretariat übermittelt worden sein. Diese Kenntnis, dass meine Note schon auf dem Schreibtisch liegt und ich trotzdem nicht weiß, ob ich überhaupt bestanden habe, macht mich verrückt. Es ist wie, wenn man in einem Restaurant zu Besuch ist, sein Essen schon vor einem steht, man aber noch nicht probieren darf (Knigge/sozialer Anstand), da die Anderen am Tisch ihr Essen noch nicht haben. Die Warterei ist das Schlimmste.

Mein wissenschaftliches Schreiben hat sich auf jeden Fall im Laufe der Zeit verbessert. Trotzdem habe ich mir noch einmal intensivere Gedanken über das Konzept einer solchen wissenschaftlichen Arbeit gemacht. Ich bin mir bewusst, dass es nicht zu meinen Talenten gehört und denke, dass ich es auch nicht zu 100% umsetzen kann, aber ich finde, dass das Konzept dieses Schreibens seine Grenzen hat.

Was ich eben störend finde, ist die ständige Aussage, dass diese Arbeit (theoretisch) dem Unternehmen einen Mehrwert bringen soll. Man erarbeitet etwas, das dem Unternehmen am Ende eine neue Erkenntnis, Info oder sogar Vorgehensweise liefert. Die PA ist in einen Theorie- und einen Praxisteil gegliedert. Was sagt die Literatur über das Thema, welche Studien gibt es und welche Daten wurden/werden erhoben? Im praxisorientierten Teil sollen theoretische Methoden, Konzepte oder Theorien im Unternehmen bzw. in der Praxis angewendet bzw. umgesetzt werden. Es gibt bestimmt Überflieger, die mit diesen Arbeiten ihrem Unternehmen helfen oder neue Errungenschaften bieten, aber ein normalbürgerlicher Student, wie meine Wenigkeit, kann das (meiner Meinung nach) nicht so einfach umsetzen. Eingeschränkt wird man ja auch dadurch, dass man alles was man in seiner Arbeit schreibt oder auch nur ansatzweise erwähnt, belegen muss. Wie sollen so großartig neue Denkanstöße auf Papier gebracht werden? Der Grad, an dem es heißt „Quelle fehlt“ oder „tolle eigene Erarbeitung/Erkenntnis/Aussage“ ist sehr schmal. Ich denke ich muss mein Unternehmen in dieser Hinsicht leider enttäuschen. Gerne übermittele ich meine innovativen Gedanken mündlich, aber schriftlich ist mir das zu riskant oder einfach nicht möglich.

Fairness halber muss ich noch einmal betonen, dass die PA’s vermutlich nie meine Freunde werden, aber ich wollte das mal gesagt haben. Ich finde, wenn man etwas Neues erarbeiten soll, sollte man jede Freiheit der Gedankenentfaltung, Kritikäußerung oder Ähnlichem genießen. Vielleicht liegt es auch einfach an mir und ich stelle mich zu blöd an 😀 So viel Selbstreflektion muss sein! Und wie gesagt, mündlich oder unsortiert in meinem Kopf könnte ich sehr viele innovative und spannende Gedankengänge teilen.

An alle, die an einer PA, Seminararbeit, Hausarbeit, Bachelor- oder Masterarbeit sitzen: Ich wünsche viel Erfolg, Durchhaltevermögen, Kraft und Inspiration!

Categories: Studentenleben Theoriephase

Leonie

2 replies

  1. Hallo Leonie,
    Deine Gedanken kann ich sehr gut nachvollziehen. Auch bei mir steht jetzt die Bachelorarbeit an. Im Gegensatz zu Dir habe ich meine Note für die Projektarbeit II schon erhalten und gut bestanden. Jetzt steht aber noch die Präsentation und Befragung an. Das wird auch eine neue Herausforderung.
    Du hast recht, dass viel Wert auf die Wissenschaftlichkeit gelegt wird, aber im Rückblick ist das halb so wild. Wenn man sich an die Grundsätze hält, kann man diese gut einhalten und bekommt damit wenig Probleme. Man muss sich nur darauf einlassen. Aus meiner Erfahrung ist es auch sehr wichtig, einen passenden Betreuer/eine passende Betreuerin für seine Arbeit zu haben, die einen unterstützt und wertvolle Hinweise geben kann. Dann geht es gleich viel leichter.
    Viel Erfolg dabei!
    Leonhard Euler

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.