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Steuertipps

What to know about the Steuererklärung:

(Verzeiht die Verspätung)

Liebe Kommilitonen/-innen: steuerlich sind wir als DHBW Studenten keine richtigen Studenten, sondern Arbeitnehmer. Und das ist gut so, denn dass bedeutet: den vollen Abzug aller Kosten bei den Werbungskosten der Anlage N.

  • Das Einkommensteuergesetz kennt gute und schlechte Fahrten. Die schlechten Fahrten gehen zu eurer ersten Tätigkeitstätte, das heißt zu eurem Ausbildungsbetrieb. Für diese Fahrten könnt ihr nur 0,30 € für jeden Kilometer der Entfernung ansetzen. Wie ihr zurückkommt, interessiert das Steuerrecht nicht.
  • Bei den guten Fahrten geht es nicht zur ersten Tätigkeitstätte, sondern zu jedem anderen beliebigen Ort. Jetzt kann jeder gefahrene Kilometer mit 0,30 € angesetzt werden. Von deiner Unterkunft  zur DHBW und zurück kannst Du mit 0,30 € als Werbungskosten. Da es nicht die erste Tätigkeitsstätte ist, gelten die Fahrten zur DHBW als Dienstreise (§ 9 Abs. 1 Nr. 4a EStG). Bist Du mehr als 8 Stunden von deiner Unterkunft abwesend, kannst Du auch noch für jeden Tag 12 € Verpflegungspauschale als Werbungskosten ansetzen.

Beispiel: DHBW Mannheim- du wohnst in Viernheim, ca. 15km Entfernung von der DHBW. Du kannst also jeden Tag, an dem du zur Hochschule hin und zurück fährst, mit 0,30 € pro Kilometer ansetzen. Hin- und Rückfahrt: 30 km x 0,30 €

  • Ebenso mit 0,30 € pro gefahrenen Kilometer (Hin-und Rückweg) kann man Fahrten zur Bibliothek, Lerngruppen oder anderen beruflichen oder Hochschulaktivitäten ansetzen. Also ruhig ein Mal pro Woche in der Unibibliothek lernen! Alle Fahrten in einem Kalender oder in einer Excel Tabelle aufschreiben.
  • Wenn euer Unternehmen eure Bücher für die Vorlesungen nicht bezahlt, könnt ihr diese ebenso bei den Werbungskosten berücksichtigen. Dies gilt theoretisch auch für alle Utensilien und Materialien, wie zum Beispiel Ordner oder Hefte, die ihr für die Hochschule kaufen müsst.
  • Viel ist es nicht, aber einmal im Jahr müssen wir unsere Studiengebühren begleichen. Wenn das nicht euer Unternehmen für euch tut, könnt ihr die Ausgaben als Werbungskosten vollständig ansetzen.
  • Wenn ihr euch wegen des Studiums einen Laptop oder Computer anschafft, könnt ihr die Anschaffungskosten zeitanteilig berücksichtigen. Abschreibungsdauer: 3 Jahre (§ 9 Abs. 1 Nr. 7 i.V.m. § 6 Abs. 2 S. 1-3 EStG). Habt Ihr ein strenges Finanzamt, wird der Anteil vielleicht auf 50 % beruflichen Anteil geschätzt. Dann ist es so.

Beispiel: Ihr kauft einen Apple Laptop für 1.200 €. Da er teurer als 410 € ist und somit über der GwG Grenze liegt könnt ihr ihn nicht auf einmal abschreiben, d.h. also jedes Jahr nur 400 € Abschreibung als Werbungskosten. Kostet das Ipad nur 410 € kann es im Jahr der Anschaffung sofort voll abgeschrieben werden.

  • Auch andere Gegenstände, die aufgrund des Studiums angeschafft wurden, können als Werbungskosten geltend gemacht werden. Darunter fallen zum Beispiel Drucker, Schreibtischstuhl, Schreibtisch, Kopierer und theoretisch auch Kleinkram wie Locher, Stifte usw. Da muss jeder für sich abwägen, ob sich der Aufwand (Quittungen behalten, Daten notieren) für z.T. 1€ lohnt.
  • Leider nicht möglich: Berufskleidung. Wenn es sich nicht um einen ausschließlich für die Arbeit nutzbaren Blaumann handelt kann man die Kosten dafür leider nicht ansetzen. Kosten für Anzüge, Kostüme oder Blazer gehen also leider nicht (§ 9 Abs. 1 Nr. 6 EStG).

Habt ihr weitere Fragen zur Steuererklärungen oder andere Tipps, dann schreibt mir.

Ich hoffe es hat geholfen!

 

 

Categories: Real Life

Leonie

4 replies

  1. Hey Leonie, ich habe mich auch mit dem Thema Steuererklärung beschäftigt, da ich durch einen Bausparvertrag einen machen muss. Ich habe auch einiges an Werbungskosten, aber da ich noch keine Einkommensteuer zahle, nützt es mir nichts. Ich habe gelesen, dass man bei Verlusten einen Verlustvortrag anmelden kann, um wenn man Steuern zahlt, diesen Verlust erstattet zu bekommen. Welche Erfahrung hast du gemacht? Gibt es da doch eine Möglichkeit meine jetzigen Werbungskosten erstattet zu bekommen, ohne Verluste zu verbuchen (denn ich mache aktuell keine ;))?

    1. Hey,

      ich habe mal den Profi gefragt:

      negative Einkünfte, die bei der Ermittlung des Gesamtbetrages der Einkünfte nicht ausgeglichen werden, können auf das Vorjahr zurückgetragen oder in die Folgejahre vorgetragen werden. Negative Einkünfte entstehen, wenn deine Werbungskosten größer sind als dein Bruttoarbeitslohn. Diese negativen Einkünfte werden in dem Jahr der Entstehung durch Bescheid festgestellt (§ 10d, EStG).

      Das sollte dir weiterhelfen! Bei weiteren Fragen sind die meisten Steuerberater auch sehr entgegenkommend und beantworten kleine Fragen auch manchmal kostenfrei.

      Viel Erfolg 😉

  2. Hierzu muss man aber noch sagen, dass im Fall des alex123 (wahrscheinlich) kein Verlust vorliegt.
    Außer deine Werbungskosten liegen über deinen gesamten jährlichen Einkommen (Ich kenne dein Gehalt nicht, aber wahrscheinlich um die 10.000 € und mehr). Es muss also ein tatsächliches Minus am Ende dastehen, ansonsten hat man ja keinen Verlust, so wie die „richtigen“ Studenten, die kein, bzw. nur minimales Einkommen haben – aber eben Ausgaben wie die Großen 😉

  3. Hi,
    das ist aber lieb, dass du alles einmal aufgelistet hast. Meine Freundin will nach Düren zum Steuerberater, um das mit ihrem Bafög abzuklären. Jetzt kann sie sich vorher noch deine Seite ansehen und geht weniger unerfahren los.

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