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Was einen nicht umbringt, macht einen nur stärker

Passend zum Titel möchte ich nun endlich meine Erfahrung mit der ersten Projektarbeit teilen.

Wir haben schon seit dem ersten Semester die Vorlesung „Wissenschaftliches Arbeiten“. In dieser Vorlesung sollen wir lernen, wie wir die Projektarbeiten angehen, schreiben und meistern sollen. Die Projektarbeit behandelt ein Thema, das man in der Praxis behandelt hat und das einen Bezug zum Uni Vorlesungsplan hat. Erleichternd war die Kenntnis, dass die erste Projektarbeit nur mit bestanden oder nicht bestanden abgeschlossen werden kann.

Im Mai mussten wir die Anmeldung unseres Themas abgeben. Da ich keine Ahnung hatte, über was ich 20-30 Seiten schreiben sollte, hat mir zum Glück mein Ausbildungsleiter im Unternehmen ein Thema vorgeschlagen. Rechtzeitig angemeldet wollte ich sofort loslegen. Obwohl es noch Theoriephase war, dachte ich, könnte man sich ja bereits an den theoretischen Teil der Arbeit setzen, denn alles was man dafür braucht ist die passende Literatur. Mit der Literaturrecherche habe ich auch angefangen. Mit meinem IPad habe ich ca. 30 E-Books runtergeladen. Tja- tausend Bücher, aber null Worte, die mir eingefallen sind. Nach zwei Gesprächen mit Mitarbeitern in meinem Unternehmen bin ich langsam in das Schreiben reingekommen. Eigentlich schreibe ich super gerne, aber allein die Tatsache, zu wissen, dass wenn man Feierabend hat, sich direkt an den Schreibtisch setzen und versuchen muss seine wirren und unstrukturierten Phrasen, die im Kopf herum schwirren, zu sortieren und in angemessener Fachsprache wissenschaftlich wiederzugeben und der Fakt, dass das Studium von dieser Arbeit abhängt, hat einen bitteren Beigeschmack beim Schreiben.

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen die Projektarbeit ca. zwei Wochen vor Abgabefrist dem Studiengangsleiter zu überreichen. Wie die Vorsätze an Silvester konnte ich das nicht einhalten. Mein Vater hat das gebundene Meisterwerk in zweifacher Ausführung und auf CD zwei Tage vor dem finalen Termin abgeben. Ich hätte gerne die Erfahrung gemacht, wie es sich anfühlt diese Arbeit persönlich auszuhändigen. Der Druck, der von einem fällt. Ich war noch in der Praxisphase und konnte diesen besonderen Moment nicht genießen. Allerdings war es schon ein super Gefühl die Seiten auszudrucken und zu binden. Hauptsache nicht noch einmal die Seiten genau durchschauen, sonst könnte man noch einen Fehler finden.

Manche Kommilitonen durften ihre Arbeit während der Arbeitszeit schreiben, dieses Privileg hatte ich nicht. Vielleicht hat es mich deshalb auch so sehr gestresst. Wenn man um 17 Uhr nach Hause kommt und sich erst einmal drei Stunden an den Laptop setzt und das Tag für Tag, ist das nach gewisser Zeit keine Szene der fröhlichen Ekstase.  Wenn der beste Freund ein Synonym Nachschlagewerk und der Duden ist, macht man sich schon Gedanken über sein soziales Leben.

Auf jeden Fall kann ich es nicht erwarten die zweite Projektarbeit zu beginnen. Ja- Ironie!

Ich denke zwar, dass es das nächste Mal leichter wird, da man die formalen Richtlinien nun kennt und eigentlich schreibe ich ja auch gerne, aber trotzdem hat man das Gefühl sooooo viel Arbeit und Mühe reingesteckt zu haben und trotzdem bange ich jetzt, ob ich bestanden habe. Allerdings habe ich auch gelernt meinen weiblichen Schwall- Stil, den man nur für Märchen benutzt (Zitat mein Vater) in eine wissenschaftliche und sachliche Form umzuformulieren.

Jetzt, wo ich nur auf die fröhliche Nachricht warte, dass ich bestanden habe und das Ziel (meines Vaters) eine Vorzeige- Projektarbeit abgegeben zu haben erfüllt ist, blicke ich auf die Zeit zurück. So schlimm war es eigentlich nicht. Oft hatte ich zwar das Gefühl, dass ich mir so viel Mühe gegeben habe und trotzdem die dümmsten Fehler gemacht habe, was mich auch öfter zum Verzweifeln gebracht hat, zählt für mich letztendlich nur das Ergebnis. Für das nächste Mal habe ich mir wieder das Ziel gesetzt frühzeitig anzufangen und eventuell die Arbeit vor Abgabetermin abzugeben, aber ich weiß auch, dass sich das jeder wünscht und kaum einer schafft. Ich hoffe ich kann bald stolz sagen, dass meine erste Projektarbeit ein Erfolg war, ich Spaß hatte und mich auf die nächste freue. Den Optimismus nimmt mir so schnell nichts!

Categories: wissenschaftliches Arbeiten

Leonie

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